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Kein Fast-Food
2. 8. 1996

Wie bei Microsoft ist der Erfolg von McDonalds nicht ein Erfolg der Idee sondern der Vermarktung. Und wie bei Microsoft halten Kenner der Szene das Produkt für kaum gelungen: «eine unglaublich dekadente Esserfahrung» meint das Time Magazine, «Bremsbelag mit Zwiebeln» nennt es Wolfram Siebeck.

Nichtsdestotrotz dient der Preis eines BigMac seit 1986 dem «Economist» als Parameter der Währungsbewertung: ein Erfolg der Produkte-Standardisierung des Fast-Food-Kolonialisten Ray A. Kroc, wie das standardisierte Lächeln des Personals und der vorgeschriebene, dreimalige Blickkontakt zum Kunden.

Die «McDonaldisierung der Gesellschaft» beschäftigte den Soziologen George Ritzer, und als «McDonald Generation» werden die in den späten sechziger und den siebziger Jahren Grossgewordenen bezeichnet.

Und so ist McDonalds eben kein Fast-Food-Restaurant, sondern sozio-kulturelles Emblem, Kolonialmacht und Erfolgsstory à l'Américaine.

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© Peter Troxler, 2000